Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes haben nicht nur mit erhöhten Blutzuckerwerten zu kämpfen. Häufig entwickelt sich gleichzeitig eine sogenannte nicht-alkoholische Fettleber. Diese Erkrankung bleibt lange unbemerkt, kann aber schwerwiegende Folgen haben. Besonders bei Diabetes sollte die Lebergesundheit stärker in den Fokus rücken. Der Begriff „Fettleber bei Diabetes“ beschreibt dabei ein häufiges, aber oft unterschätztes Zusammenspiel zweier Volkskrankheiten.

Wie es zur Fettleber bei Diabetes kommt

Die Leber spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Sie hilft, Nährstoffe zu verarbeiten, überschüssige Energie zu speichern und Giftstoffe abzubauen. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist dieser Ablauf gestört. Durch die sogenannte Insulinresistenz gelangt vermehrt Zucker ins Blut. Gleichzeitig wird Fett in der Leber gespeichert, statt abgebaut zu werden. So entsteht eine Verfettung der Leberzellen.

Forschungen zeigen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes besonders häufig an einer Fettleber leiden. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel der Diabetiker betroffen sind. Das Tückische daran: Eine Fettleber bei Diabetes verursacht lange keine Beschwerden. Sie wird oft nur zufällig entdeckt, etwa bei einer Routineuntersuchung.

Auch bei Personen mit Prädiabetes oder einem metabolischen Syndrom tritt eine Fettleber häufiger auf. Dabei spielt nicht nur Übergewicht eine Rolle. Selbst Menschen mit normalem Körperbau können betroffen sein, da Fett sich auch in inneren Organen ansammelt.

Welche Folgen eine Fettleber bei Diabetes haben kann

Eine Fettleber verursacht meist keine direkten Schmerzen. Dennoch sollte sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bleibt sie unbehandelt, kann es zu einer Entzündung kommen. Fachleute sprechen dann von einer sogenannten NASH, also einer Fettleberhepatitis. Mit der Zeit können Leberzellen vernarben, was zur Bildung einer Leberfibrose führt. In schweren Fällen kann sich daraus eine Leberzirrhose entwickeln, bei der die Leber dauerhaft geschädigt ist.

Die Fettleber bei Diabetes erhöht nicht nur das Risiko für Lebererkrankungen, sondern kann auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Denn das erkrankte Organ beeinflusst den gesamten Stoffwechsel. Auch die Blutzuckerkontrolle wird erschwert, was langfristig die Diabetesbehandlung verkompliziert. In sehr fortgeschrittenen Fällen steigt sogar das Risiko für Leberkrebs.

Diese Zusammenhänge zeigen, wie wichtig es ist, die Leber regelmäßig untersuchen zu lassen. Je früher eine Fettleber erkannt wird, desto besser sind die Chancen, sie aufzuhalten oder sogar zurückzubilden.

So lässt sich eine Fettleber bei Diabetes erkennen

Da die Fettleber bei Diabetes häufig keine Beschwerden verursacht, bleibt sie oft lange unerkannt. Der erste Hinweis kann ein leicht erhöhter Leberwert im Blutbild sein. Auch bei einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt erste Anzeichen erkennen. In bestimmten Fällen kommen weitere Verfahren zum Einsatz, etwa spezielle Bildgebungen wie die Elastografie oder eine Leberbiopsie zur genaueren Diagnose.

Für Menschen mit Typ-2-Diabetes ist es daher besonders wichtig, regelmäßig ihre Leberwerte überprüfen zu lassen. Fachärzte empfehlen, dies mindestens einmal pro Jahr zu tun. Auch ohne Symptome kann die Leber Schaden nehmen, weshalb eine frühzeitige Kontrolle ein wichtiger Schritt in der Diabetesvorsorge ist.

Was wirklich hilft: Fettleber bei Diabetes aktiv behandeln

Die gute Nachricht ist: Eine Fettleber lässt sich gerade in frühen Stadien sehr gut beeinflussen. Die wichtigste Maßnahme ist eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils. Bereits eine moderate Gewichtsabnahme kann die Leber entlasten. Studien zeigen, dass eine Reduktion des Körpergewichts um fünf bis zehn Prozent ausreichen kann, um die Leberfunktion deutlich zu verbessern.

Besonders effektiv ist eine ausgewogene Ernährung, die auf zuckerhaltige Getränke, stark verarbeitete Produkte und übermäßige Fettzufuhr verzichtet. Stattdessen empfehlen Fachleute ballaststoffreiche Lebensmittel, gesunde Fette und eine angepasste Kalorienzufuhr. Auch der regelmäßige Verzicht auf Alkohol ist ein wichtiger Faktor.

Bewegung ist ebenfalls entscheidend. Schon tägliche Spaziergänge oder moderates Training können helfen, überschüssiges Fett in der Leber abzubauen. Wer regelmäßig aktiv ist, unterstützt nicht nur die Leber, sondern verbessert auch seine Blutzuckerwerte.

Aktuell gibt es keine zugelassenen Medikamente speziell gegen NAFLD (non-alcoholic fatty liver disease). Einige Wirkstoffe, die zur Behandlung von Diabetes eingesetzt werden, wie GLP-1-Rezeptoragonisten, zeigen jedoch vielversprechende Effekte in Studien. Sie können in Absprache mit dem behandelnden Arzt ergänzend eingesetzt werden, ersetzen aber keine Lebensstilveränderung.

Fazit: Die Leber nicht vergessen

Die Fettleber bei Diabetes ist weit verbreitet und bleibt oft unentdeckt. Dabei kann sie den Krankheitsverlauf erheblich beeinflussen und das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen erhöhen. Wer frühzeitig handelt, kann viel erreichen. Eine Kombination aus gesunder Ernährung, Bewegung und regelmäßiger ärztlicher Kontrolle bietet die besten Chancen, die Leber zu schützen und ihre Funktion zu erhalten. Gerade bei Typ-2-Diabetes lohnt sich ein genauer Blick auf die Leber. Auch dann, wenn man nichts spürt.